Supraplanung und wenn Kinder selbständig werden

Referat Harro von Senger

Letzten Freitag war ein spezieller Tag. Über Mittag traf ich Theo Klossner, der heute die IG Motorrad präsidiert, die Markus Sorg und ich am 2.11.2002 gegründet hatten. Der politische Verband der Motorradfahrer in der Schweiz zählt mittlerweile 2'500 Mitglieder und ist damit in Populations-Prozenten der grösste Motorradfahrerverband Europas. Er verfügt über einen wirtschaftspolitisch einflussreichen Beirat und hat eine Parlamentariergruppe ins Leben gerufen. Dieses Dreieck aus Konsumenten, Wirtschaftsvertretern und Politikern sorgt dafür, dass man in der Verkehrspolitik kaum noch an den Interessen der Motorradfahrer/innen vorbeiwursteln kann. Dabei geht es nicht nur darum, dass Motorradfahren auch in 10 Jahren noch Spass machen soll, sondern auch um den Schutz einer Minderheit. So ist z.B. immer noch zu wenig bekannt, dass Leitplanken, die ja eigentlich Leben schützen sollten, anders gebaut werden müssten, damit sie für uns nicht zur Todesfalle werden. Es hat ein paar Jahre Aufbauarbeit gekostet, aber mittlerweile wird die IG Motorrad auch von den Medien wahrgenommen. Grundlage der Arbeit ist eine Strategie, die nach dem business campaigning® Modell entwickelt wurde. (Lernen kann man das im CAS Campaigning an der HWZ). Ein weiteres wichtiges Thema der IG Motorrad ist die zunehmende Beschneidung von Bürgerrechten, staatliche Bevormundung und die digitale Überwachung. Als meine verstorbene Frau vor über drei Jahren erkrankte, verabschiedete ich mich aus der aktiven Arbeit für die IG Motorrad, mittlerweile leite ich noch einmal im Jahr einen Strategie-Workshop zur Vorbereitung der Swiss Moto.

Ein anderes Baby, das erwachsen und von mir immer unabhängiger wird, ist die mir immer noch gehörende Agentur 4C business campaigning GmbH. Im Bild zu sehen ist Prof. Harro von Senger, ein augewiesener Kenner Chinas, der am Freitagabend an einem Anlass exklusiv für die Kunden und Partner meiner Agentur referierte.

Seit Jahren propagiert er, wir im Westen sollten noch so naiv im Umgang mit China sein. Dort kennt man eine Liste mit 36 Listen, die so genannten 36 Chinesischen Strategeme, über die von Senger mehrere Bücher geschrieben hat. Wer diese nicht kennt, sollte sich am besten erst gar nicht mit Chinesen einlassen, denn die Gefahr, einer List zum Opfer zu fallen, sei enorm gross. Verwerflich ist das in China nicht, denn wer die Listen-Liste nicht kennt, sei halt selber schuld. In meinem Buch "Business Campaigning" lautet denn auch das Kapitel über die 36 Chinesischen Strategeme "Wer sich zum Schaf macht, den fressen die Wölfe". Ich propagiere nicht die Anwendung von Listen, aber man sollte sie erstens kennen, um nicht zum Opfer zu werden und zweitens um im Nachhinein Kampagnen zu evaluieren.

Prof. von Sengers eigentliches Thema war jedoch die so genannte Supraplanung, eine Planung, die weit über den Zeithorizont der im Westen üblichen Planung hinausgeht. Anhand konkreter Beispiele zeigte er, wie die aufeinanderfolgenden chinesischen Machthaber seit Jahrzehnten an einer langfristigen Planung mit einem Zeithorizont von 100 Jahren (!!!) festhalten, der sämtliche Strategien, Projekte und Massnahmen untergeordnet werden. Das Modell ist vergleichbar mit der Normativen Ebene der "Vier Ebenen der Planung" (ebenfalls in meinem Buch erläutert und im CAS Campaigning erlernbar), deren Zeithorizont per definitionem unendlich ist. Ansonsten allerdings ist mir im Westen nichts Vergleichbares bekannt. Angesichts der zunehmenden globalen Bedeutung Chinas kann ich jedem nur empfehlen, sich mit em Thema auseinanderzusetzen.

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Comments

es
2008-10-06 15:29:22
es ist ja schon alles dazu gesagt.
der schluessel liegt in den gesamtschulen.
das nebeneinander der schichten und die klar sichtaberen und besonders gut erfahrbaren leistungskurse.

das klärte kaum die betäubungskulturnarkose
vin hitt auf morgen. aber qualität rückte derart
OFFENSICHTLICH
vor die elitenschneiderei
2008-10-06 16:14:47
Damit ist wirklich alles gesagt...

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