Ausweg aus dem Kommunikations-Begriffsdschungel?
Nicht nur in Branchenzeitschriften sondern auch immer häufiger in österreichischen Tageszeitungen stößt man über Kommunikationsthemen, ab und zu ist der "Kommunikation" sogar eine ganze Doppelseite gewidmet - insbesondere dann, wenn wieder ein neuer Begriff durch die Kommunikationslandschaft schwirrt. Während Blogs mittlerweile ein "alter Hut" sind, liest man mittlerweile besonders gern über "Grassroots Lobbying".
Zum Thema "Lobbying" habe ich heute eine Fachveranstaltung des Public Relation Verband Austria besucht, an der drei Absolventinnen eines Masterlehrganges zu integrierter Kommunikation ihre Abschlussarbeiten präsentierten. Dass Lobbying zum täglichen Brot der Kommunikation dazugehört ist ja mittlerweile so klar, wie der Umstand, dass sich die wenigsten "Lobbyisten" als solche auf der Visitenkarte zu erkennen geben würden...da müssen Begriffe wie "Public Affairs", "Political Consultant" oder schlichtweg
"PR Berater" herhalten.
Ich verließ die Veranstaltung ziemlich verwirrt. Nicht nur, dass plötzlich Maßnahmen wie "Pressekonferenzen" und "Medienarbeit" in der anschließenden Diskussion unter den TeilnehmerInnen plötzlich ebenso ihre Daseinsberechtigung unter dem Begriff "Lobbying" fanden. Nein, auch "Grassroots Lobbying", also die Mobilisierung themenaffiner Bevölkerungsschichten mit möglichst effizientem Ressourceneinsatz, muss ja laut den Anwesenden wirklich brandneu sein. Wo bitte ist der Unterschied zu Campaigning und hat es die Kommunikationsbranche wirklich nötig, sich ständig mit neuen Pseudobegriffen oder -disziplinen zu legitimieren?
Vielleicht deshalb, weil nach wie vor die wenigsten wagen, das Thema "Kommunikationscontrolling" anzusprechen?...




