Konsequent in die Niederlage

Die heutige Niederlage der SVP bei den zweiten Wahlgängen zum Ständerat in St. Gallen und Zürich ist weniger erstaunlich, als Medien und Protagonisten glauben machen. Sie hängt direkt zusammen mit der erfolgreichen Strategie, welche die SVP bei den Nationalratswahlen angewandt hat.

 

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Eine neue Bewertung des Scheiterns?

Strategien zum Umgang mit Karrierebrüchen können sehr unterschiedlich gestaltet werden. Der ehemalige Zürcher Regierungsrat und Swissair-Chef Eric Honegger hat seinen Sturz aus der Wirtschaftselite in einem Buch* kreativ verarbeitet - und wirkt heute im Gespräch locker und keineswegs am Boden zerstört, ohne die Faktoren, die zum Karrierebruch geführt haben, zu verdrängen. Ich habe auf Einladung der Intus AG an deren Kundenanlass ein Gespräch mit Eric Honegger geführt.

 

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Souverän

Es bleibe dahin gestellt, ob Verena Diener wirklich die besseren Chancen im zweiten Wahlgang für den zweiten Zürcher Sitz im Ständerat hat, als sie Chantal Galladé gehabt hätte. Die NZZ hat den Mitte-Links-Parteien vorgerechnet, weshalb das so ist (Galladé hat 30% SP-Grüne auf sicher, Diener 6% Grünliberale; Winterthur hätte grossmehrheitlich Galladé gewählt, und dies infolge einer emotionalen kommunalen Abstimmung bei hoher Stimmbeteiligung), aber die Klügere hat nachgegeben, nicht dienjenige mit dem besseren Potential. Kurzfristig verzichtet Galladé damit auf einen durchaus möglichen Ständeratssitz, langfristig dagegen baut sie sich im Sinn Peter Metzingers goldene Brücken für den weiteren Verlauf ihrer Karriere - erst recht, wenn Diener die Wahl dank Galladé schafft.

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Kurzfristig perfektes Kalkül

Ausschreitungen nach unbewilligten Kundgebungen schaden der SP. Punkt. Das war in den 80er Jahren so, das war jetzt wieder so nach der „verhinderten“ SVP-Kundgebung von Bern. Das wissen die SVP-Strategen. Die alternative Marschroute hatten sie offensichtlich geplant – und der „Schwarze Block“ war dumm genug, dafür zu sorgen, dass die SVP-Strategie aufging. Oder war es vielmehr eine Interessengemeinschaft? Beide extremen Seiten strebten aus unterschiedlichen Gründen das Wahlresultat an, das wir jetzt haben. Die Ereignisse von Bern waren freilich nur das Pünktchen aufs i. Einen grossen Teil der Ursachen ihrer Niederlage hat die SP bei sich selbst zu suchen. Die Gefahr, in welche sich die SVP mit dem Ausspielen Blochers als einziger Trumpfkarte begibt, ist, dass sie sich nach dessen Abtritt in Diadochenkämpfen aufreiben könnte.

 

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Der Exkommunikationsberater

Der Exkommunikationsberater berät ausgewählte lebende und historische Personen ungefragt bei Problemen mit Kommunikation und Exkommunikation. Vorsicht: Er kommuniziert dabei auch über der Gürtellinie! Den grössten Beratungsbedarf hat er für seine erste Kolumne bei BRB geortet (Vorsicht: Die Abkürzung könnte auf einen Geheimplan schliessen lassen). Ihn berät er unter dem Titel: Das Tele-Blocher-Prinzip. www.exkommunikationsberater.ch verrät mehr.

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Klotzen führt in PR-Kampagnen nicht immer zum Ziel

Für einmal erfreuliche News aus dem Hause Tagesanzeiger: Bei Berichten über PR-Reisen soll künftig im Abspann deklariert werden, wer die Reise finanziert hat. Mir fällt in diesem Zusammenhang spontan ein, dass der Kongresshausneubau, der mittlerweile den Anforderungen nicht mehr genügt, seinerzeit den Journalistinnen und Journalisten mit einem üppigen Gelage vorgestellt worden ist. An den Beaune 1er Cru kann ich mich heute noch erinnern ... Das Kongresshaus-Debakel führte nach einem langen Prozess zur Abwahl von Stadtrat Farner, nicht zuletzt als Folge einer Tagesanzeiger-Kampagne, in deren Rahmen der damalige Lokalredaktor Sacha Wigdorovits immer wieder festgestellt hat, dass Hochbauvorstand Farner und nicht etwa der damalige Stadtpräsident, Farners Parteikollege Thomas Wagner, verantwortlich sei. Ganz ging diese Kampagne allerdings nicht auf. Wagner wurde als Stadtpräsident abgewählt, was die Ära sozialdemokratischer Stadtpräsidenten eingeläutet hat. Ich habe übrigens damals im "Volksrecht" anstelle eines Artikels das Menu bekannt gegeben mit der Bemerkung, man dürfe gespannt sein, was der Grund für die generöse Bewirtung sei.

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Kampagne ist nicht immer Campaigning

Die neueste Kampagne von Justizminister (!) Blocher richtet sich gegen das Völkerrecht - gestartet mit vier Reden zum 1. August mit gezielten Nachzügern. Heinrich Koller, bis 2006 Chef des Bundesamtes für Justiz, hat sich heute in der Sonntags-NZZ überzeugend zur Gefahr, die von dieser Kampagne ausgeht, geäussert. Aus Campaigner-Sicht erscheinen mir dabei drei Punkte interessant: Erstens stellt sich die Frage, welche Art der Kommunikation das vorsätzliche Verbreiten von Aussagen, die der Urheber selbst so nicht glauben kann, darstellt. Zweitens zeigt die Entwicklung unseres Kleinstaates in Wechselwirkung mit dem Völkerrecht einen langfristigen Prozess exemplarisch auf. Und drittens scheint mir die von Koller aufgeworfene Frage von Bedeutung, weshalb sich niemand dieser Kampagne Blochers entgegen stellt.

 

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Die Dynamik von Sieg und Niederlage

Für den langfristigen Erfolg einer Kampagne sind Erfolg oder Misserfolg im einzelnen oft weniger wichtig als der Umgang damit. Beispiel: Die Zürcher Wahlen vom vergangenen Wochenende. Gute Verlierer legen mit ihrem konstruktiven Verhalten oft eine hervorragende Basis für künftige Projekte.

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Blogging kann gefährlich sein

Die Entwicklung der Kommunikationstechnologien seit der Einführung der Telefonie hat den Prozess der Globalisierung ermöglicht und vorangetrieben. Von praktisch jedem Teil der Erde aus ist es möglich, auf dem Internet Texte, Bilder, Töne und Videos zu publizieren. Dies kann zwischen Kulturen vermitteln, aber auch nivellieren, Demokratiebewegungen unterstützen und Ängste auslösen. Es kann zur Aufdeckung wie zur Ausübung von Verbrechen dienen. Für das Swisscom-Projekt "Schulen ans Internet" schreiben wir eine kleine Geschichte der Kommunikation, in der wir die gesellschaftlichen Veränderungen aufgrund der technologischen Entwicklung der letzten 2500 Jahre skizzieren.

Technologien haben immer auch gesellschaftliche Auswirkungen

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Wahlen

Wahlen sind auch für Campaigner eine spannende Zeit. Was mir immer wieder auffällt: Wer kandidiert und dennoch schlecht kommuniziert, hat in der Regel das Gefühl, für sich allein zu sprechen und keine Unterstützung zu benötigen. Die Kandidatinnen und Kandidaten, die ein Coaching wünschen, sind meist schon ohne dieses überdurchschnittlich, aber sie möchten noch besser werden. Dies ist keineswegs abhängig von der Partei. Platitüden finden sich bei Kandidatinnen und Kandidaten aller politischen Richtungen. Sie sind für mehr Lebensqualität, umsichtig, kompetent und erfahren. Wer sich von der Masse unterscheiden will, tut gut daran, sich auf seine echten Stärken zu konzentrieren.

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