29. November 2006
Eine kleine Nachlese zu den Berliner Politiktagen, die letzten Mittwoch endeten. Am Ende der Veranstaltung stand die Verleihung der Politikawards 2006. Die Fachzeitschrift politik&kommunikation würdigte die erfolgreichsten Akteure und herausragende Leistungen im Bereich der politischen Kommunikation. Bei der Verleihung im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums wurden ausgezeichnet:
Kategorie Kampagnen von politischen Institutionen:
SPD Berlin (Wahlspot «Pflügers Friends»)
Kategorie Kampagnen von öffentlichen Institutionen:
EU-Informationskampagne Österreichs
Kategorie Kampagnen von gesellschaftlichen Institutionen:
Imagekampagne «Deutschland – Land der Ideen»
Kategorie Public Affairs:
Behinderten- und Sehbehindertenverband Niedersachen (Volksbegehren zur Wiedereinführung des Blindengeldes)
Kategorie Corporate Social Responsibility:
Shell Jugendstudie
Kategorie Aufsteiger des Jahres:
Boris Palmer (neuer Oberbürgermeister von Tübingen)
Kategorie Kampagnenmanager des Jahres:
Bernd Bauer (Imagekampagne «Du bist Deutschland»)
Kategorie Lebenswerk:
Otto Schily (Bundesminister des Inneren a.D.)
So ganz zu Ende waren die Berliner Politiktage mit der Preisverleihung noch nicht, denn im Anschluss an die Preisverleihung ging es mit einer lustigen Party weiter. Das politische Personal, das scheinbar die politischen Geschicke Deutschlands und die Diskussion über diese Geschicke bestimmt, war dort zu einem Gutteil vertreten. Aus Prinzip wichtige Leute (z.B. der Weltweise Hans-Ulrich Jörges vom «Stern»), Kampagnenmanager (Machnig, Spreng usw.), Politologen (Falter, Korte usw.) sowie aktive und altgediente Politiker (Bütikofer, Schily, Genscher) – mit den Anwesenden hätte man Sabine Christiansens sonntägliche Quasselrunde bereits zur Hälfte für ein ganzes Sendejahr füllen können.
Eine wirklich positive Erscheinung war Boris Palmer (im Bild). In seiner Jugend Maienblüte, gerade mal 34 Jahre alt, hat er es als Grüner geschafft, in Tübingen die Amtsinhaberin von der SPD aus dem OB-Sessel zu kippen. Er machte nicht nur bei der Preisverleihung einen sehr sympathischen Eindruck, sondern war später beim (alkoholfreien) Gespräch an der Bar ebenso locker. Palmer steht für die ganz junge Generation der Grünen in Deutschland, die selbstbewusst pragmatische Politik betreibt und zu SPD und CDU Äquidistanz hält.
Sehenswert: Wahlspot "Pflügers Friends"