Wie man am Thema vorbei illustriert
Harald machte mich heute morgen auf das Plakat der SP zur Atomdebatte aufmerksam - ein guter Kandidat für unsere Kakao-Kategorie. Das Bild zeigt ein Flugzeug, das in den Kühlturm eines AKW fliegt, wie damals, am 11. September 2001. Da Bilder bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte und davon ausgehend, dass in der Kampagnenabteilung der SP richtige Profi-Campaigner sitzen, lässt sich sofort ableiten, was uns die SP sagen will: die Schweizer AKWs sind im Visier von Al Khaida und wenn man das Klima retten will, dann muss man in den Irak und nach Afghanistan marschieren, um dort die Ölfelder zu sichern!
Zugegeben. Das war jetzt etwas sarkastisch. Aber auch nüchtern betrachtet, vermittelt das Plakat die falschen Botschaften. Praktisch jedes AKW würde eine solche Attacke gegen den Kühltum weitgehend unbeschadet überstehen, ein echtes Nuklear-Risiko würde kaum bestehen. Das sage ich als expliziter AKW-Gegner und langjähriger Campaigner gegen AKW. Die ältesten und richtig maroden AKWs Mühleberg und Beznau besitzen nicht einmal einen Kühlturm! Brisant würde ein Angriff auf das Reaktorgebäude, aber das ist viel besser geschützt als der Kühlturm. Abgesehen davon lenkt die ganze Sicherheitsdiskussion vom Wesentlichen ab. Das wirkliche Problem mit der Atomkraft ist die Endlagerung. Keiner weiss wohin mit dem strahlenden Müll für die nächsten paar hundertausend Jahre. Das sollte thematisiert werden. Es ist fatal, wenn ein Bild eine falsche Botschaft vermittelt, denn damit schadet sich die kampagnenführende Organisation auf Ewigkeit. Bilder wirken nicht nur viel stärker als Worte, sie bleiben auch ewig in Erinnerung.
Na ja, wenigstens ist der Text okay. Hier geht's zum Campa-Blog.












