06. March 2008
Nur ganz kurz eine Beobachtung, wie Marketingleute manchmal ticken. Ich spaziere ja zur Zeit als Verkäufer von Werbung im Internet über die Welt. Vor kurzem hat mich die Bemerkung einer Marketingverantwortlichen aufhören lassen. Ich gebe hier einen Teil des Verkaufsgesprächs wieder:
Kundin: Wir finden den Ansatz weiterhin interessant, die Entscheidung ist intern aber noch nicht so weit.
Ich: Von welchen Kriterien hängt es denn nun ab, ob Sie erneut investieren werden?
Kundin: Einerseits sind wir daran, unseren Internetauftritt zu optimieren. Dann wird ein neues Internetkonzept erarbeitet. Und dann ist es auch noch eine Frage der Budgetierung. Sonst die Bekanntheit des Mediums, die Zielgruppe des Mediums, die Besucherfrequenz.
Ich: Sie haben ja im letzten Jahr über uns Produkte mit einem Gesamtwert von über 100.000 CHF offerieren können. Mal blöd gefragt: Ist denn überhaupt wichtig, ob wir Ihre Verkaufszahlen steigern?
Kundin: Ach so. Das natürlich auch.
Meine Interpretation (es möge mich keiner für diese Generalisierung lynchen): Wirkungsorientierung ist für Marketingleute meist keine Priorität, da die internen Prozesse diese gar nicht verlangen. Auch in der Ausbildung (auch bei uns) wurde immer wieder wiederholt, dass man die Wirkung von Marketing nicht messen könne. Kein Wunder also, dass die Wirkung einer Massnahme in der internen Verhandlung erst mal keine Rolle spielt.
Dazu kann man noch sagen, dass die Gespräche ganz anders laufen, wenn ich in KMU mit dem Geschäftsführer spreche. Was sich nicht in den Verkaufszahlen niederschlägt, fliegt raus ...
Empfehlung noch: Value Based Marketing von Peter Doyle. Aus dem Jahr 2000 und damit eigentlich schon ein oldy. Peter Doyle beschreibt jedoch einen sehr interessanten Versuch, Marketing konzeptionell neu anzugehen und dessen Einfluss auf den Share-Holder-Value eines Unternehmens bewusst und steuerbar zu machen.
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